Fußballturnier statt Langstreckenlauf:

Jubel bei der Balver Realschule. Wegen des schlechten Wetters weichen die Schüler in die Sporthalle nebenan aus
Balve. Der Tag hatte zunächst ganz nach Plan gestartet: Bei gutem Wetter – nicht zu heiß und nicht zu kalt – hatten die Bundesjugendspiele der Realschule Balve begonnen. Um die 400 Schüler nehmen an dem Sportevent teil. Hier können sie ihre sportlichen Fähigkeiten unter Beweis stellen: Wie weit können sie springen, wie schnell laufen sie und wie weit werfen sie?

Aus der eigenen Schulzeit kennt sie sicher jeder noch: die Bundesjugendspiele. Bei manchen verhasst, für andere die Gelegenheit, ihr Können zu zeigen. Für die Schüler hier gilt laut Lehrer Stephan Bischoff eher Letzteres: „Man merkt doch, dass die überwiegende Zahl der Kinder motiviert ist“, erklärt er. „So lernen wir die Kinder auch mal anders kennen!“

Springen, Laufen und Werfen

Bei den drei Standarddisziplinen Sprinten, Werfen und Springen zeigen sie dies bereits am frühen Morgen. Auf dem großen Sportplatz in Balve fangen die 15 Klassen an den drei Stationen an. Das Wetter bisher: „Sehr angenehm“, so Bischoff, „Auch nicht zu heiß wie letztes Jahr.“
Schnell sind die Kinder auf ihre ersten Stationen aufgeteilt – die Spiele können beginnen. Im hohen Bogen fliegt beim Weitwurf der Ball durch die Luft und kommt – ein gedämpftes Geräusch verursachend – auf dem Rasen des Fußballplatzes auf. Dann wird gemessen. Währenddessen an einer anderen Station: Zwei Kinder nehmen Anlauf und springen – so weit wie es nur geht – mitten in eine Sandgrube. Auch hier zählt der höchste Wert.
Neben dem Fußballfeld sprinten gleichzeitig Schüler, als ginge es um ihr Leben. Nach dem bekannten „Auf die Plätze – fertig – Los!“, das mit dem Zusammenschlagen der Starterklappe verstärkt wird, starten die Sprinter hochmotiviert. 100 Meter schafft der schnellste Schüler in gerade mal 12,4 Sekunden, wie Bischoff erläutert. „Das ist schon ’ne richtig gute Zeit, wenn man mal überlegt“, staunt er. Wie viele andere Lehrers steht er an einer der Stationen und nimmt die Zeit auf – wie jeder das aus seiner Jugend kennt.

Improvisiertes Fußballturnier

Jetzt fehlen nur noch Staffel- und Langstreckenläufe. Doch nach den drei Standardstationen folgt die Erkenntnis: Das Wetter spielt nicht mit.
Die Schule muss improvisieren. Glücklicherweise besteht die Möglichkeit, in die Sporthalle nebenan auszuweichen. Dem Regen entfliehend eilen Hunderte Menschen ins Warme.
Unter großem Jubel und mit Anfeuerungsrufen sprinten die Klassen im Staffellauf nebeneinander. Mit stolzem Beifall feiern sich die Gewinner, nachdem der letzte Schüler mit der Staffel das Ziel erreicht. „Die Langstreckenläufe können allerdings hier nicht stattfinden“, erklärt Bischoff. Diese würden dann bald im Sportunterricht nachgeholt werden. „So können die Schüler noch Punkte holen, die ihnen fehlen. Insgesamt zählen ja am Ende die drei besten Disziplinen“, erklärt Bischoff.

Jubel begleitet jeden Angriff

Für die Kinder bedeutet heute das schlechte Wetter aber nur Gutes: Statt sich über 800 bis 1300 Meter abhetzen zu müssen, spielen einige Klassen Fußball gegeneinander! „Irgendwie müssen wir ja die Kids noch beschäftigen“, lacht Bischoff. Und das meistert die Schule: „Kommt schon!“, „Weiter so“ und „Ihr schafft das!“, tönt es von der Tribüne. Jubel begleitet jeden Angriff, und vor allem die Fünft- und Sechstklässler springen applaudierend auf, als ihre Favoriten ein Tor schießen: „Jaaaa!“

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