Balver Schüler auf Fledermaus-Exkursion

SV vom 03.09.19 von Julius Kolossa

An der Luisenhütte in Wocklum informierten sich die Balver Realschüler über Fledermäuse.

Wocklum - „Das ist ein richtig cooler Unterricht“, sagten Lena und Lukas am Freitag, als ihnen am späten Abend an der Luisenhütte die Fledermäuse um die Ohren flogen.
Zuvor hatten sie in der Balver Realschule im Biologie-Kurs mit ihren 20 Mitschülern viel über das Leben der Fledermäuse gelernt.
 
Ihr Lehrer Philipp Fischer hatte sie bereits darauf aufmerksam gemacht, dass sich diese Tiere über Ultraschallrufe orientieren – an der Luisenhütte wurden jetzt die Frequenzmuster hörbar gemacht. Andreas Kolarik, Fledermausexperte des Naturhistorischen Vereins Hönnetal, und die Wennigloher Fledermaus-Pflegerin Sabine Kaufmann gehörten mit zu dem Team der Exkursion. Organisiert wurde diese von Ulrike Knips, Leiterin des Museums für Vor- und Frühgeschichte, die auch einen Grillabend mit einplante.
Wartezeit mit Wurst und Salat überbrückt
„Fledermäuse haben eine innere Uhr“, erklärte Kolarik. „Sie werden erst nach Sonnenuntergang aktiv.“ Da wurde die Wartezeit mit Wurst und Salat überbrückt. „Ideal für die Klassengemeinschaft“, sagte Bio-Lehrer Fischer.
Er bereitete derweil Bestimmungsbücher und Becherlupen vor; mit diesen sollten Nachtfalter eingefangen und bestimmt werden, die mit einem Baustellenscheinwerfer als Lichtquelle angelockt wurden.
Mit Detektoren auf Spurensuche
Nach Einbruch der Dunkelheit wurden mit Detektoren die Spuren der Fledermäuse aufgenommen. Rund um die Luisenhütte waren sie zahlreich aktiv. „Die Tiere können grundsätzlich bis zu 40 Jahre alt werden“, wusste Sabine Kaufmann zu berichten. „In freier Wildbahn überleben sie aber nur bis zu zehn Jahre.“ Sie pflegt verunglückte oder zu dünne Fledermäuse. In den Höhlen des Sauerlandes kennt sie deren Standorte – und weiß auch, wenn es einem Tier nicht gut geht. Fledermäuse vieler verschiedener Arten hat sie bereits wieder aufgepäppelt.
In Wocklum wurden die Frequenzen der Zwergfledermaus und des Großes Mausohres aufgefangen. Andreas Kolarik wies auf den länger ausgestoßenen Orientierungsruf und den deutlich kürzeren Jagdruf hin. „Mit ihrem Ruf im Ultraschallbereich erstellen sie ein Drei-D-Modell der Umgebung und können den Flügelschlag eines Insekts hörbar machen.“ Seit 30 Jahren ist er Experte für Fledermäuse. „Das bleibt nicht aus, wenn man Höhlen erkundet“, erzählte er. Im Laufe der Zeit habe er immer mehr über Fledermäuse gelernt. Im Hönnetal sind Zwergfledermaus, Wasserfledermaus, Teichfledermaus, Großes Mausohr, Große und Kleine Breitflügelfledermaus. Zweifarbfledermaus und Wimpernfledermaus nachgewiesen.
Wiederholung geplant
Begeistert waren am Ende alle Teilnehmer dieser Exkursion, der ersten im Stadtgebiet. „Dieser Testlauf war gelungen“, zogen Andreas Kolarik und Ulrike Knips eine zufrieden stellende Bilanz. Gerne soll 2020 wieder die Spur der Fledermäuse aufgenommen werden.

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