Fa. Echterhage hilft

WP vom 30.11.2018 von Jürgen Overkott
 
Lange haben Balver Realschul-Lehrer daran gearbeitet. Ziele haben sie gesetzt, Programme und Geräte beschafft. Heimische Firmen halfen. Der Unterricht an der Realschule Balve wird digital. Dafür müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein. Zunächst müssen sich die Lehrer über Unterrichtsziele verständigen, dann müssen sie sich mit Geräten und Programmen auseinandersetzen. Schließlich, in einem dritten Schritt, folgen die Schüler. Los geht’s nach den Sommerferien.
Am Freitag erzählte Schulleiterin Nina Fröhling aber noch eine andere Geschichte.Was auf die Schüler zukommt, hat sie bereits dargestellt. Jetzt war der Rektorin wichtig zu zeigen, dass ihr Kollegium bestens auf den Unterricht der Zukunft vorbereitet ist. Tatsächlich berichteten zwei erfahrene Lehrer – Geisteswissenschaftlerin Regine Pütthoff und Naturwissenschaftler Frank Klare – von ihrer Begeisterung für digitale Medien. Vom Papier-Zeitalter nehmen sie gern Abschied, auch von der Kreide-Zeit an der Tafel. Längst haben Whiteboards die guten, alten Tafeln abgelöst. Unterricht per Laptop und iPad sei „bequemer“. Probleme bei der Umstellung von analog auf digital sehen beide Pädagogen nicht. Das gehe „sehr fix“, hieß es. Im Gegenteil: Regine Pütthoff und Frank Klare sehen in der Wissensvermittlung am Rechner „noch ganz viel Potential“.

Heimische Unternehmen helfen

Rektorin Fröhling betonte, dass eine Mediengruppe an der Realschule bereits seit drei Jahren an zeitgemäßen Lehrplänen bastele. Das Kollegium sei geschult, die iPads vorhanden.
Und damit beginnt die eigentliche Geschichte. Sie handelt davon, dass die öffentliche Hand Schulen nicht so schnell gewünscht mit modernem Gerät und aktuellen Programmen versorgen kann. An dieser Stelle springen heimische Unternehmen ein. Die Sparkasse gab Geld für sieben Tablet-Computer, wie die iPad auch genannt werden. 18 Geräte spendierte das Neuenrader Unternehmen Echterhage. Mehr noch: Der Spezialist für Metallverarbeitung stellt nicht nur Geld, sondern auch Personal.

Hilfe bei der Berufswahl

Obendrein unterstützt die Firma Schüler bei ihrer Berufswahl. Das betonte Personalerin Romina Krollmann. „Wir haben einen Workshop für sechs Schüler angeboten. Sie wurden nachmittags abgeholt. Das ging über sechs Wochen.“ Am Ende hatten die Sechs, darunter zwei Mädchen, etwas Eigenes in der Hand: „Mensch, ärgere Dich nicht“.
 

Der Abschied vom Papier

SV vom 03.12.18 07:00 von Julius Kolossa

Balve - Das Kollegium an der Realschule wirkt hochmotiviert, da ab dem Schuljahr 2019/2020 die Schüler der Jahrgangsstufe 7 je ein Tablet erhalten. Und damit beginnt ein neues Zeitalter auf dem Weg in die Digitalisierung, bei der sich Lehrer und Schüler nach und nach von Büchern und Heften verabschieden werden.
„So ganz ohne geht es aber doch nicht“, betonte Schulleiterin Nina Fröhling, die am Freitag einen Blick in die Zukunft warf. „Als ich vor sechs Jahren Schulleiterin wurde, hatte ich einen iPad, der sehr schwer und vor allem etwas ganz Besonderes, weil nicht Alltägliches war. Heute ist dieser Standard.“
Sie erinnerte sich auch daran, wie sie 2012 einzelne Whiteboard unter anderem für die naturwissenschaftlichen Fächer als große Bereicherung für die Schule ansah. Dass inzwischen jede Klasse über eine solche elektronische Tafel verfügt, sei damals nicht vorstellbar gewesen.
Heute sei die Realschule Balve im Märkischen Kreis bei der Ausstattung mit digitaler Technik ganz vorne mit dabei. Der nächste Schritt sei nun, alle Schüler ab den 7. Klassen mit einem iPad auszustatten: „Das bedeutet nicht automatisch guten Unterricht, ist aber eine Grundlage dafür.“
Die 25 Lehrer jedenfalls sind gut vorbereitet. Eine aus ihren Reihen gebildete Mediengruppe schult sie im Umgang mit der Technik. Fröhling: „Die Voraussetzung, dass die Kinder mit den iPads arbeiten können, ist, dass die Lehrer damit umgehen können.“
Regine Pütthoff und Frank Klare sind zwei davon. Unendliche Möglichkeiten sieht Pütthoff in ihren Fächern Englisch, Sozialwissenschaften und Politik. Ein bequemeres Unterrichten sei möglich. Arbeitsblätter könnten schneller an die Schüler übermittelt werden. Und diese könnten die Aufgaben dann direkt auf dem Computer bearbeiten. Ihr Kollege Klare sieht ebenso viel Potenzial in seinem Unterricht für Mathe, Chemie, Informatik und Physik.
Einen Partner auf dem Weg in das digitale Zeitalter hat die Realschule mit der Echterhage-Holding gefunden, die die Ausstattung finanziell unterstützt. Über die Höhe wurden keine Angaben gemacht.
Darüber hinaus initiierte die Holding in diesem Schuljahr neben einem Workshop für alle Neuntklässler auch ein auf sechs Wochen angelegtes Projekt auf freiwilliger Basis. Vier Jungen und zwei Mädchen nahmen daran teil. Am Ende nahmen sie ein an der Werkbank selbst hergestelltes Mensch-ärgere-Dich-nicht-Spiel mit. Romina Krollmann, zuständig für Personal und Ausbildung, sah darin eine gute Gelegenheit zur Berufsorientierung.

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