Die Zukunft ist digital.

WP vom 12.09.2018 von Marcus Bottin

Dieser Erkenntnis will die städtische Realschule stärker Rechnung tragen.

Schulleiterin Nina Fröhling und ihr Konrektor Thomas Münch stellten Mittwoch Abend den Lokalpolitiker des Ausschusses Schule, Kultur, Soziales, Sport vor, wie ihrer Meinung nach Bildung in der digitalen Welt aussehen sollte.
„Die Schüler leben schon jetzt in einer digitalen Welt“, erklärte Nina Fröhling. Früher habe man das Lexikon aufgeschlagen. Heute gebe es das in den wenigsten Haushalten überhaupt noch. Onlineshopping sei schon fast Normalität, und auch die Zeitung lesen viele inzwischen digital. Die Realschule Balve stehe vor der Frage, wie sie Digitalisierung sinnvoll im Unterricht verwenden könne.

Pädagogik vor Technik

Die Notwendigkeit dafür steht für die Pädagogen außer Frage, allerdings, so Nina Fröhling, habe sich die Technik dabei der Pädagogik unterzuordnen. Ab dem nächsten Schuljahr, so der Plan der Schulleitung, sollen alle Siebtklässler einen Tablet-Computer zur Verfügung gestellt bekommen. Ziel sei es, die Kinder fit zu machen für ein Leben in der digitalen Welt. Das habe viele positive Auswirkungen für ihr weiteres Leben – und auf diese Weise bleibe auch die Städtische Realschule konkurrenzfähig. Die technische Seite der digitalen Schule erläuterte Thomas Münch. Er wisse, dass die Pläne der Realschule „massive finanzielle Auswirkungen“ auf die Stadtfinanzen haben werden. Deshalb wollte er den Politikern den Ist-Zustand vorstellen. Die Realschule Balve verfügt zurzeit über 50 Desktop-Rechner und einen Server. Allerdings stammt diese Technik aus dem Jahr 2013. Was eigentlich relativ jung klingt, gilt unter Computerexperten bereits als hoffnungslos veraltet. Sehr gut stehe die Realschule hingegen bei elektronischen Whiteboards da. Die gibt es in allen 16 Klassen. „Die Kinder arbeiten sehr gerne daran und haben Spaß am Lernen“, bekräftigt Nina Fröhling.
Digitale Inhalte begegnen den Schülern überall im Alltag. Und sie müssen nicht schlecht sein. Auf YouTube gibt es Anbieter die Mathe-Formeln als Rap-Musik präsentieren – und von den Kindern geliebt werden. Digitale Schule ermöglicht entdeckendes Lernen. Und Google Earth macht die alten Wandkarten überflüssig. Dank viele interaktiver Karten ermöglicht der Dienst völlig neue Formen des Lernens.
Thomas Münch erklärte, dass nicht nur der Unterricht digitalisiert wird, auch die Verwaltung verabschiedet sich mehr und mehr aus der analogen Welt. Eltern können zum Beispiel online einsehen, welche Hausaufgaben ihre Kinder auf haben. Diese neue Möglichkeit habe allerdings bereits zu scharfen Schülerprotesten geführt, wie ein Kollege unlängst im Lehrerzimmer berichten musste.

Datenschutz ist sehr wichtig

Ein erkrankter Schüler, der telefonisch abgemeldet wurde, ist vom Kollegium als entschuldigt zu erkennen. Und auch die Eltern des Kindes haben online Zugriff auf diese Information – was das eigenmächtige Blaumachen in der Praxis arg erschweren könnte. Allerdings, so Thomas Münch, hätten auch wirklich nur die Eltern des betreffenden Kindes Zugriff auf diese Daten. „Denn Datenschutz ist uns sehr wichtig“, so Münch.

Back to top